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Louis XIV: München
Saturday, 11 October 2008 21:52

Louis XIV in MünchenKöniglicher Besuch stand im Atomic an: Die Blues-Rocker Louis XIV aus den Staaten gaben sich die Ehre und rollten Ihren roten Teppich auf der Bühne aus. Ob es ein ehrwürdiger Abend wurde und warum der Auftritt eher an eine Wallfahrt erinnerte, sagt euch unser Redakteur Dominik Hoferer.

 

Zum Reinhören: Guilt By Association

 

Während die Band aus San Diego namentliche Parallelen zu den ebenfalls royal klingenden Franz Ferdinand aufweist, erinnert der Sound der vier Amerikaner an The White Stripes. Rock mit Blues wird abgelöst durch Blues mit Rock - man kann es drehen und wenden, die Lieder der Band gehen in die Beine. Mal strecken die Fans ihre Gliedmaße beim Crowdsurfen in die Höhe, mal bleiben sie auf der Tanzfläche kleben. Ebenso der Klangteppich: Mal luftig und leicht, dann bodenständig und erdig, bis hin zu fröhlich und unterhaltend.

 

Dabei wirken Sänger Jason Hill und Gitarrist Brian Karscig wie zwei Prediger, die ihre Kanzel zur Bühne erklärten und von nun an das Publikum unterhalten wollen. Glauben ist alles könnte man sich da denken und während Hill den christlichen Fernsehpfarrer mimte, stellte Karscig einen jüdischen Rabbi dar. Beide ergänzten sich hervorragend und predigten von Briefen an weibliche Geschöpfe und nächtlichen Stalking-Aktionen. Ein Kontrast der nicht zu passen scheint und nicht von Enthaltsamkeit zeugt - zumal die erste Reihe vollgespickt war mit Mädchen, die nicht nach Nonnen aussahen.

 

Dennoch hörte man aufmerksam zu, denn Louis XIV führten routiniert durch ihre Andacht und lieferten ein ordentliches Konzert ab. Die Zugabe brachte nicht nur die Fans ein weiteres Mal ins schwitzen, sondern auch den Tontechniker - denn eine Ehrenrunde war gar nicht geplant. Wer die Band verpasst hat, kann übers Wochenende nach Salzburg flitzen, denn dort treten sie auf dem Frequency 2008 auf.

 

Kleine Randnotiz: Ein prominenter Gast hatte sich unters Publikum gemischt - Thees Uhlmann war in die Bier-und-Brezn-Hauptstadt gekommen, um ebenfalls zu predigen. Er war aus dem fernen Berlin angereist, um den hiesigen Musik-Gazetten von der neuen Tomte-Platte zu verkünden. Bleibt zu erwarten, ob uns im Herbst eine Offenbarung bevorsteht. Dominik Hoferer


(12.08.2008)

 

 

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