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Death Cab For Cutie: München
Saturday, 22 November 2008 17:14

Death Cab For Cutie in MünchenBixby Canyon Bridge scheint einer von Death Cab For Cuties Lieblingssongs zu sein. Hätten sie ihn sonst als Opener für ihr aktuelles Album Narrow Stairs gewählt? Dass er sich auch sehr gut zum eröffnen eines Konzerts eignet, demonstriert die Band aus Seattle am Freitag Abend in der Münchner Muffathalle.

Das Bühnenbild, eine im kubistischen Stil bemalte Leinwand, erklärt Leadsänger Benjamin Gibbard, zeige das Cover ihres aktuellen Albums. So sieht es also aus. Und wie es sich anhört, demonstriert er an den anschließenden Songs.

Im Holzfällerhemd erscheint Gibbard auf der Bühne als Hans Dampf an allen Instrumenten. Still stehen ist nichts für ihn, ständig wippt er auf und ab, führt mit seiner Gitarre einen regelrechten Tanz auf. Wenn er während eines Stückes gerade nicht singt, kehrt er dem Publikum oft den Rücken zu und spielt dem Schlagzeuger und dem Bassisten entgegen. Hier merkt man, dass die Band sich schon lange kennt und früher wohl auf engstem Raum geprobt hat. Gibbard steht nicht still, er mag auch nicht zwei Songs hintereinander die gleiche Gitarre einsetzen. Nach jedem Stück tauscht er seine alte gegen eine neue aus.

Für Summer Skin setzt er sich das erste Mal hinter sein Klavier. Im diffusen Lichtstrahl ist ganz in seinem Element und man sieht der Band die Freude an, die sie am Musikmachen hat. Ins Publikum lässt sich diese gute Laune leider nicht ganz übertragen. Intellektuell distanziert steht man da, bewegt zwar den Kopf im Takt der Musik, Hände in der Luft werden aber kaum gesichtet, geschweige denn tanzende Menschen.

Die frische Popnummer Soul meets Body entfacht endlich großen Applaus. Diesem fröhlichen und eingängigen Song kann sich keiner entziehen. Im Song heißt es: "I want to live where soul meets body and let the sun wrap its arms around me and bathe my skin in water cool and cleansing and feel, feel what its like to be new." Wünscht sich das nicht jeder?

Bei der darauffolgenden Ballade I will follow you into the Dark unterstützt die Menge Gibbard bei den Vocals. Er, auf der Bühne alleine im Scheinwerferlicht. Im Publikum Mädchen und Jungen, umschlungen und offenbar nicht nur für das Konzert zusammen. Passend eben zum Stück, welches von ewiger Liebe bis in den Tod handelt.

Das soll aber auch der einzige ruhige Moment des Abends bleiben. Death Cab For Cutie haben ihre Setlist der großen Location angepaßt und ziehen schnelle Stücke den langsameren vor. Etwas schade, geht dabei doch die Varianz ihres Repertoires verloren. Ein weiteres Highlight ist I will possess your Heart. Dessen vierminütiges, fast meditatives Intro mit Schlagzeug und Gitarre wird von der Band ausgiebig zelebriert, der Gitarrenpart noch ausgefeilter dargeboten als auf Platte. Das Herz des Publikums will auch Gibbard für sich einnehmen und schmeichelt diesem: „Hey Munich, ihr seid unser bestaussehendstes Publikum auf der Deutschlandtour".

Mit Transatlanticism, einer von vielen Zugaben, entlassen Death Cab For Cutie ihre Fans in ein München, das während des Konzerts mit einer leichten Schneedecke bepudert wurde. So eingehüllt ist München bestimmt auch die schönste Stadt auf ihrer Deutschlandtour. Christine Bulla

 

(21.11.08)




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