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Franz Ferdinand: München
Friday, 27 March 2009 14:11

Franz Ferdinand live in MünchenEin Konzert, das bereits Wochen im Voraus ausverkauft ist. Eine Location, die am Abend des Geschehens aus allen Nähten platzt. Ein Publikum, das eine Altersspanne von 40 Jahren umfasst und heiß ist. Heiß auf eine grandiose Band, ihre Hits, ihre Show. Heiß auf niemand geringeren als Franz Ferdinand.


Und heiß ist es auch in der Münchner Tonhalle, schon lange bevor die vier Schotten die Bühne betreten. Nicht nur dank hunderten von angereisten eingefleischten Franz-Ferdinand-Fans, sondern auch durch den Verdienst der Vorband. Als Support hatte sich die Band nämlich niemand geringeres eingeladen als Kissogram, ihrerseits Teil der wichtigsten Vertreter der Berliner Indie-Pop-Szene.

Nach einer energischen Einführung in dem Abend mit jeder Menge Gitarrensound und Songs vom neuen Album Rubber and Meat haben Kissogram das Publikum und die Bühne warm gespielt für den Hauptact des Abends: Franz Ferdinand, ihrerseits Teil der wichtigsten Vertreter der weltweiten Indie-Rock-Szene.

Ein kurzes, instrumentales Intro und gedimmtes blaues Licht auf der Bühne, vor Spannung und Erwartung bibbernde Massen vor der Bühne - dann der erste volle Griff in die Gitarren. Mit The Dark of the Matinée eröffnen Franz Ferdinand ihr Konzert und geben gleich zu Beginn Wissenschaftlern neuen Diskussionsstoff. Denn was hier zu beobachten ist verdient den Titel Franz-Ferdinand´sches Paradoxon:

 

Die ersten Klänge der Band erklingen, die Körper des Publikums beginnen automatisch sich den Gesetzen der Anatomie zu widersetzen. Alex Kapranos springt passend zum ersten Refrain in die Höhe, die gesamte Masse tut es ihm gleich und erreicht dabei übrigens auch eine ähnliche Höhe wie der Frontmann trotz anderthalb Metern Bühnenhöhen-Unterschied.

Was folgt sind fünfzehn weitere Songs, quer gewählt aus allen drei bisher erschienen Platten der Band. Das Publikum tobt weiterhin, tanzt, gröhlt mit, übernimmt stellenweise die Gesangspassagen von Kapranos und bejubelt Bandkollegen Nicholas McCarthy, der als ehemaliger Münchner Student über sehr gute Deutschkenntnisse verfügt und diese durchaus als charismatischen Bonus einzusetzen weiß.

Indie-Hits wie Take Me Out, This Fire und Do you want to offenbaren ebenso wie No You Girls, Ulysses und das elektronisch-dominierte Lucid Dreams die verschiedenen musikalisch wandelbaren Facetten von Franz Ferdinand und werden dabei von einer entzückenden wie wilden Videoshow untermalt, die Band wie Leute gleichermaßen antreibt.

Nach knapp zwei Stunden und ihrer Zugabe gehen Franz Ferdinand von der Bühne und hinterlassen aufgewühlte ausgelaugte Gemüter, denen noch immer die Farb- und Klangspiele vor dem inneren Auge und Ohr rumschwirren. So fantastisch wie auf Platte. Nur noch besser. Nina-Carissima Schönrock

 

(26.03.09)

 




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