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Theatron Pfingstfestival 2009
Tuesday, 02 June 2009 14:53
Highlight des Theatron-Wochenendes: Scott MatthewDrei Tage ohne Regen und mit viel guter Musik durften die Besucher des Theatron-Pfingstfestivals im Münchner Olympiapark genießen. Sara vom LAXMag war mit dabei.

Auch in diesem Jahr haben sich am Pfingstwochenende wieder zahlreiche Musikfans im malerischen Theatron am Olympiasee eingefunden, um bei freiem Eintritt den Klängen von neuen und altbekannten Bands zu lauschen. Mit Picknickdecken und Sonnenbrillen sind sie angerückt, um es sich auf den Steinstufen des Amphitheaters mehr oder weniger bequem zu machen. Zwischen Chucks und Indie-Frisuren mischen sich auch Familien mit Kindern und zufällig vorbeikommende Passanten. Hinter der Bühne ziehen die Tretboote auf dem See vorbei - auf der Bühne gibt es, wie jedes Jahr, ein erlesenes Line-Up zu bewundern.

Das erste Highlight erwartet die Besucher des Pfingst-Theatrons am Samstag abend, als Anathallo aus Chicago die Bühne betreten. Die siebenköpfige Band um Matt Joynt und Erica Froman wartet mit allen Instrumenten auf, die man sich so vorstellen kann: Mit verschiedenen Gitarren und Keyboards, Blasinstrumenten, Mundharmonika, Glockenspielen und zahlreichen Trommeln werden hier Klangwelten erschaffen, von denen man sich gerne ein wenig in eine andere Welt entführen lässt. Schade, dass Anathallo sich das Schwanenboot vom Olympiasee nicht ausleihen durften, wie sie mit einem Augenzwinkern erzählen - das hätte nur zu gut dazu gepasst.

We Are The World aus San Franciso überraschen die Gäste danach mit ihrer mehr als durchgeknallten Bühnenshow - leider ist ihre Musik nicht ganz so einfallsreich wie ihre Kostümierung. Es reicht allerdings, um die Menge von den Steinstufen vor die Bühne zu locken, wo dann auch dezent getanzt wird.

Am Pfingstsonntag gibt es zur Eröffnung mit Stamina ein wenig Reggea auf die Ohren - hier wird mal wieder deutlich, dass beim Theatron eben für jeden Geschmack etwas dabei ist. Danach geben sich auf der Bühne unter anderem die Münchner This Is The Arrival, Micachu aus London und das Bell Orchestre aus Montreal die Ehre.

Der Montag liefert zunächst den Beweis, dass es hierzulande eine ganze Vielzahl an ungeheuer talentierten Musikern gibt. Den Anfang machen Verstärker aus München, die ihr 30-minütiges Set mit "zwei Songs und einem Zwischen-Song" bestreiten. Leider verlieren sich ihre Klangwände in den Weiten des Theatrons ein wenig, so dass die Musik weniger atmosphärisch wirkt, als sie müsste. Der Auftritt lässt aber Großes erahnen und macht Lust, sich diese Band in einem kleineren Club anzuschauen.

Weiter geht es mit Karo aus Würzburg, die dem mittlerweile recht vollen Amphitheater alleine mit einer Gitarre und ihrer außergewöhnlichen Stimme entgegentritt. Mit ihren leicht melancholischen, aber immer äußerst charmanten Songs scheint sie alle in ihren Bann zu ziehen. Außerdem erntet sie Sympathiepunkte für ihre Ansagen ("Ich hasse mein Label. Habe ich das schon gesagt? Also, ich sage es jetzt.") und lässt einige Gesichter mit einem breiten Lächeln zurück.

Nachdem Me Succeeds aus Hamburg, früher München, ein ordentliches Set mit dezent-unaufdringlichem Elektropop geboten haben, folgt das erste Highlight des Tages: Mexican Elvis - dahinter verbirgt sich kein Sombrero-schwingender Rock'n'Roller, sondern Münchens beste melancholische Band. Die Melodien und Arrangements aus Gitarren, Klavier und mehrstimmigem Gesang lullen das Theatron bis zur letzten Steinstufe ein und verbreiten eine heimelige und gar nicht so sommerliche Atmosphäre. Da schadet es nicht, dass zwischendurch auch immer mal wieder ein wenig gerockt wird. Man darf gespannt sein auf das Debütalbum von Mexican Elvis, deren Namen man sich auf jeden Fall merken sollte.

Schließlich wird es Abend über dem Olympiapark. Während der Auftritte von Miyagi aus Münster und Laura Barrett aus Ontario, die uns in die wunderbare Welt des Daumenklaviers einführt, füllt sich das Amphitheater merklich. Bald ist kein Fußbreit mehr Platz auf den Stufen und vor der Bühne, und das ist auch gut so. Denn nun ist es Zeit für das große Finale der drei Tage - Scott Matthew betritt die Bühne.

Was sich hier nun abspielt, könnte man als einen magischen Moment - oder besser eine magische Stunde - bezeichnen. Stille senkt sich über das Theatron, und mehrere Tausend Menschen lauschen andächtig und gebannt den Liedern des Songwriters aus New York. Seine sagenhaft schöne und zerbrechliche Stimme scheint durch die Nacht zu schweben, perfekt begleitet von Cello, Klavier und Gitarre. Die Songs vom aktuellen Album There Is An Ocean That Divides funktionieren einwandfrei in diesem Kontext, und man hat das Gefühl, dass hier kein Blatt Papier zwischen Künstler und Zuhörer passen würde. Zwischendrin lockert Scott Matthew die fast schon angespannte Atmosphäre mit äußerst sympathischen Ansagen auf und erzählt unter anderem, dass er schon etwa eine Flasche Wein intus habe. Seinen musikalischen Qualitäten tut das keinen Abbruch. Gegen Ende stimmt er das sehr ruhige Friends and Foes an und singt, während im Publikum Wunderkerzen brennen: "In the darkest of oceans there is light."

Zahlreiche musikalische Lichtblicke hatte das Theatron-Pfingstfestival in diesem Jahr zu bieten. Wir bedanken uns und freuen uns auf viele weitere. Sara Haußleiter

(30.05.-01.06.2009)





rebekka 2009-06-02 18:26:50

sehr schöne Kritik & bilder!!!
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