| Soap&Skin: München |
| Sunday, 07 June 2009 13:30 | |||||||||||||||||||||||||||||||||
Eindrucksvoll und ein wenig beängstigend zelebrierte Soap&Skin ihre Musik am Samstagabend im Hansa 39. Sara vom LAXMag berichtet von einem düster-schönen Konzert.Durch das Hansa 39 zieht sich der unverkennbare Duft von Weihrauch, und aus den Lautsprechern tönt sakral anmutende Musik. Auf der Bühne steht, in bläuliches Licht getaucht, ein Konzertflügel nebst Laptop, davor weiße Lilien, wohl in Ermangelung stilechterer Gefäße in Maßkrügen aufgestellt. Die zahlreichen Besucher, die sich an diesem Samstagabend zum Konzert von Soap&Skin eingefunden haben, sammeln sich in gespannter Erwartungshaltung vor der Bühne. Und angesichts des düsteren Arrangements ist jetzt schon klar: Das hier wird kein Sonntagsspaziergang. Auf ein Vorband wird heute abend verzichtet. Um kurz nach neun betritt Anja Plaschg alias Soap&Skin die Bühne. Wortlos setzt sie sich an den Flügel und legt ihre Hände auf die Tasten, und vom ersten Ton an scheint das Publikum fast ehrfürchtig zu erstarren. Es ist so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte, und die Luft scheint förmlich zu knistern. Erst nach dem zweiten Lied erlaubt sich die Sängerin und Pianistin aus Wien eine Pause, in der sich nach kurzem Zögern der Applaus laut und anhaltend entlädt. Was hier auf der Bühne geboten wird ist, darüber scheint man sich einig zu sein, ziemlich einzigartig. Mit äußerster Konzentration und Sicherheit trägt Anja Plaschg ihre düsteren und gleichzeitig seltsam schönen Kompositionen vor und geht völlig in ihrer Musik auf. Nicht ganz zu Unrecht fallen in den Rezensionen zu ihrem Debütalbum Lovetune for Vacuume oft Worte wie Genie oder Wunderkind - zeitweise steht man einfach mit geöffnetem Mund und ungläubigem Gesicht vor der Bühne angesichts der unheimlichen Begabung, die sich hier offenbart. Sie singt, sie flüstert, sie heult manchmal wie eine Wölfin und schreit ihre schmerzhaften Texte mit unkontrollierter Stimme heraus. Manchmal möchte man sich abwenden oder gar fliehen - zu intim und intensiv ist das, was Anja Plaschg hier dem Publikum offenbart. Unter die Songs vom Album mischen sich zahlreiche unveröffentlichte Kompositionen, die ebenfalls zu überzeugen wissen. Zwischen den Liedern rutscht Anja Plaschg fast ein wenig verlegen auf ihrem Klavierhocker herum und lächelt scheu. Sobald die Musik aber einsetzt, ist sie wie verwandelt. Es ist fast ein wenig unheimlich, welche Stärke die kleine, zierliche Frau ausstrahlt. Manchmal wandelt sie zu den Elektro-Klängen aus ihrem Laptop über die Bühne, wirft sich auf den Boden, und bei Marche Funèbre (dt.: Trauermarsch) führt sie einen makaberen Tanz auf - mit weit aufgerissenen, ausdruckslosen Augen bewegt sie sich marionettenhaft wie ein Zombie. Hier wird deutlich: Diese Frau inszeniert nicht sich, sondern ihre Musik. Die wird hier zelebriert, und zwar nicht mit einem Fest, sondern eher mit einer Totenmesse. Und auch wenn das alles eigentlich nicht nötig wäre, da die Werke von Soap&Skin für sich schon eindrucksvoll und beängstigend genug sind, so kann man sich doch keinen besseren Rahmen für dieses Konzert vorstellen. Zauberhaft schön treten inmitten all dieser Düsterkeit die wenigen Momente hervor, in denen Anja Plaschg sich ein wenig Reinheit erlaubt. Wie etwa Mr Gaunt Pt 1000, dessen Klaviermelodie zart und glockenhell durch die Dunkelheit plätschert. Oder Cry Wolf, bei dem deutlich wird, wie zerbrechlich schön ihre Stimme klingen kann, wenn sie es denn will. Anja Plaschg spricht kaum mit dem Publikum. Sie bedankt sich gegen Ende ihres Auftritts mit einer tiefen, mit ballerinahaften Gesten geschmückten Verbeugung. Außerdem nimmt sie eine der weißen Lilien und überreicht sie mit ausdruckslosem Gesicht einem der Zuhörer. Vermutlich werden die meisten von diesem Konzert noch deutlich mehr an Schönheit und Emotionen mit nach Hause nehmen. Sara Haußleiter (06.06.2009)
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Vielleicht lag das Problem auch hier begraben....
http://soundcloud.com/...
Ich kann hier wirklich nur sehr wenig nachvollziehen. Ich finde es unglaublic...
http://www.youtube.com/watch?v=eCQNmFoz_dI&feature=related
Plüschtiere kann man nicht verpacken, Katzen aber schon ;)
http://www.y...
ah pardon, du hast sooo recht! danke für den hinweis!