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Gute Musik kann Menschen zu wahren Höchstleistungen antreiben. Das bewiesen am Wochenende Bands und Fans gleichermaßen beim 16. Prima leben und stereo in Freising. Wir haben für euch die Superlative am Vöttinger Weiher zusammengetragen.
Bei strahlendem Sonnenschein am ersten wirklich regenfreien Festivalwochenende des Jahres haben sich mehrere Tausend Menschen vor den Toren Münchens zu einem Picknick am See verabredet. So zumindest ist der erste Eindruck am Freitagnachmittag. Während Sutcliffe und Lampert das Prima leben und stereo 2009 eröffnen, sitzen die meisten Festivalbesucher noch gemütlich auf ihren Decken und Isomatten in der Wiese oder kühlen sich im Weiher ab.
Das ändert sich jedoch schlagartig, als Sickcity die Bühne betreten. Mit ihrem Elektrorock bringen die Münchner ordentlich Bewegung in die bisher eher träge Masse und sorgen mit ihrem "Walzer" Julia auch noch für die schönsten Tanzeinlagen des Wochenendes. Wann sieht mal bei einem Festival schon mal Pärchen, die sich im Dreivierteltakt zur Musik drehen?
Weitergetanzt wird zu den deutsch-britischen Trashmonkeys, die nicht nur mit Songs von ihrem aktuellen Album Smile begeistern, sondern auch noch die herrlichsten Grimassen ziehen, die je auf einer Konzertbühne zu sehen waren. Den Herren ist deutlich anzumerken, dass sie auf der Bühne mindestens genauso viel Spaß haben wie die Fans davor!
Prima leben und Stereo Total heißt es, als gegen 22:00 eine der dienstältesten deutschen Bands ihr Publikum begrüßt. Brezel Göring ist der Stricherjunge mit der Raucherlunge, Francoise Cactus singt mit liebenswertem französischem Akzent "Isch bin nackt", und die Festivalgemeinde tanzt glücklich im Viereck. Wie viele Fans sich von diesem fantastischen Auftritt zur Liebe zu dritt auf dem Campingplatz ermuntern ließen, ist nicht bekannt.
Die durchgeknallteste Bühnenshow kommt erwartungsgemäß von Bonaparte. Das internationale Künstlerkollektiv mit Hauptsitz in Berlin greift ganz tief in die Requisitenkiste: halbnackte menschliche Discokugeln, weiße Hasen, laszive Tänzerinnen, Skelette - bei so viel Trubel fällt den Musikern erst einmal gar nicht auf, dass auch zwei Fans ihren Weg auf die Bühne gefunden haben und minutenlang dort tanzen. Trozt aller Tanz- und Showeinlagen rückt die Musik aber nicht in den Hintergrund, und so springt das Publikum begeistert zu Anti Anti und singt auf dem Weg zum Campingplatz immer noch Too Much Too Much.
Am Samstag liefern UhOh aus München höchst kreative Recycling-Ideen: Die Mannen um Nina Kränsel schaffen es tatsächlich, sämtliche Überreste der Weihnachts- und Faschingsfeiern der letzten fünf Jahre in Bühnendeko zu verwandeln. Nina hüpft dazu über die Bühne wie Maja Ivarsson im psychedelischen Wunderland, das Publikum tanzt und freut sich über Konfettiregen und Wasserpistolenduschen. Neben viel Spaß gibt es auf der Bühne auch noch sehr gelungenen Elektropop, der hervorragend zum sonnigen Wetter passt und hoffen lässt, dass wir von dieser Band bald noch viel mehr hören und sehen dürfen!
Kaum ist die Bühne wieder saubergefegt, beweist Manuel Normal, dass gute Musik nicht immer englische Texte haben muss. Im breitesten österreichisch mischt der Linzer Rock, Pop und Funk und fordert zum Kauf seiner "Leiberl" am Merchandise-Stand auf. Anschließend feiern nach über einem Jahr Pause und diversen Besetzungswechseln Gods Of Blitz beim Prima leben und stereo ein furioses Bühnencomeback und stellen dabei auch Songs ihres im Herbst erscheinenden dritten Albums Under The Radar vor.
Wenn der überfüllte Fotograben und die vielen Glitzeroutfits im Publikum ein Indikator sind, dann steht mit der Mediengruppe Telekommander der heimliche Headliner des Festivals auf der Bühne. Die Berliner Konsumkritiker haben ihre eigenen Glitzeranzüge diesmal allerdings zuhause gelassen und stattdessen ihr neues Album Einer muss in Führung gehen sowie eine beeindruckende Show mit viel Licht und Nebel im Gepäck. Der Auftritt von Gerald und Florian stellt außerdem neue Rekorde in der Rubrik "Crowdsurfer pro Minute" auf. Das größtenteils jugendliche Publikum lässt sich begeistert telekommandieren und bemerkt dabei nicht, dass gruppendynamisches Hüpfen die Inhalte des gerade laut mitgesungenen Textes ad absurdum führt.
Zum Abschluss des Festivals zeigen Kissogram noch einmal, dass es auch ohne Glitzer, Neon und abgedrehte Kostüme geht. Auf der Bühne finden sich lediglich Gitarre, Schlagzeug und Keyboard und ein beleuchtetes Bandlogo. Wer über derart starke Songs wie die Berliner verfügt, sollte auch keinesfalls von der Musik ablenken! Als Vorgruppe auf der letzten Franz Ferdinand-Tour haben sich Kissogram eine neue Fangemeinde erspielt, die auch beim Prima leben und stereo stark vertreten ist. Vor allem die Titel vom aktuellen Album Rubber And Meat werden begeistert aufgenommen und sorgen nach zwei Tagen Festival im strahlenden Sonnenschein noch einmal für strahlende Gesichter im Publikum. So endet das Festival der Superlative schließlich auch noch mit einem musikalischen Höhepunkt der Extraklasse. Bettina Koch
(31.07. - 01.08.09)
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Vielleicht lag das Problem auch hier begraben....
http://soundcloud.com/...
Ich kann hier wirklich nur sehr wenig nachvollziehen. Ich finde es unglaublic...
http://www.youtube.com/watch?v=eCQNmFoz_dI&feature=related
Plüschtiere kann man nicht verpacken, Katzen aber schon ;)
http://www.y...
ah pardon, du hast sooo recht! danke für den hinweis!