Home icon Home»Live»Ian Brown: München
Ian Brown: München
Friday, 22 January 2010 00:11

Ian Brown: Godlike Genius?Madchester zu Gast in München: Britrocklegende Ian Brown schaute auf ein kurzes Konzert im Backstage vorbei und ließ viele ratlose Gesichter zurück. Zwei davon gehörten Tina und Nina vom LAXMag.

Zugegeben, der einstige Gewinner des Godlike Genius Award sieht aus wie aus dem Britpop-Bilderbuch ausgeschnitten. Weißes T-Shirt, darüber die obligatorische Trainingsjacke, und noch weiter darüber eine Frisur, von der Liam und Noel Gallagher sicher schon vor 25 Jahren geträumt haben. Lediglich die Baggy-Jeans mit den Strass-Steinchen entlang der Seitennaht bringt das lässig-coole Gesamtkonzept etwas durcheinander.

Ian Brown ist kein Mann großer Worte, aber die kleinen hat er zumindest auch auf Deutsch drauf: "Danke, dankeschön", ist so ziemlich die einzige Ansage, die das Publikum in den nächsten anderthalb Stunden hören wird. Den Mangel an Kommunikation gleicht Brown durch ein Übermaß an Bewegung aus. Der "Monkey Man" macht seinem Namen alle Ehre und nimmt die meiste Zeit über jene dynamische Haltung ein, die man von motivierten Joggern an der Ampel kennt.

So richtig motiviert ist Brown allerdings wirklich nur beim Bühnensprint, und alle Sportlichkeit kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass seine musikalische Darbietung trotz hervorragender Leistung von Band und Percussionisten unterdurchschnittlich ist und stark von der Platte abweicht. Anders gesagt: Bei Singstar würde Ian Brown heute mit seinen eigenen Songs verlieren.* Eine freiere Interpretation der Albumtitel ist im Allgemeinen ja durchaus begrüßenswert, noch begrüßenswerter ist es jedoch, wenn Sänger und Band dabei ungefähr denselben Takt einhalten.

Das Publikum im Backstage ist dementsprechend zwiegespalten. Einer großer Teil singt und springt und feiert glücklich das Erscheinen eines großen, genreprägenden Künstlers. Ein fast ebensogroßer Teil blickt dagegen irritiert zwischen Bühne, Bar und Uhr hin und her und hatte sich den Auftritt eines solchen Künstlers dann wohl doch etwas beeindruckender vorgestellt. Text: Bettina Koch/Fotos: Nina-Carissima Schönrock.

*Vielen Dank an LAX-Redakteurin Tine für diesen wunderbaren Vergleich!




Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare